Auf Augenhöhe
Seit dem frühen Mittelalter haben sich Künstler intensiv mit Kinderportraits beschäftigt. Bis weit in die Moderne hinein ist dieses Sujet Teil der künstlerischen Auseinandersetzung und zeigt alles, vom verzückten Christuskind über die süßlichen, pausbäckigen Kinderbilder bis zum kleinen Erwachsenen, der keine Kindheit haben durfte.
Im Portrait des Kindes lässt sich die Geschichte erkennen. Gleichzeitig stellt sich immer die Frage, wie wir Erwachsenen mit Kindern und Kind-Sein umgehen.
Das Projekt
Das Projekt Auf Augenhöhe, des Malers Hieronymus Proske und des Galeristen Georg Molitoris, verfolgt das Ziel, Kinderportraits wieder ins Bewusstsein der Gesellschaft zu tragen. Dieses Sujet setzt eine starke künstlerische Auseinandersetzung voraus, um die Emotionalität und die Verschiedenartigkeit der Kinderpersönlichkeiten in einem Bild einzufangen.
Eltern erhalten ein ganz persönliches Portrait ihres Kindes. Auf Augenhöhe unterstützt mit 20% des Erlöses den Verein → Klinik-Clowns Hamburg e.V. nach dem Motto: Die kürzeste Entfernung zwischen Clown und Kind ist ein Lächeln.
Kinderbilder bezaubern
Annelies Arp-Trojan, Kinder-Jugendlichenpsychotherapeutin
Es gibt kaum einen berühmten Künstler durch alle Jahrhunderte, der nicht ein Kind gemalt hat. Kinder werden heute viel fotografiert – der Augenblick wird im Bild festgehalten. Das Bild kommt ins Fotoalbum, es wird verschenkt und es steckt in der Brieftasche vieler Eltern und Großeltern.
Ein gemaltes Bild ist etwas anderes. Der Künstler versucht mit großem Einfühlungsvermögen etwas vom Wesen des Kindes auf die Leinwand zu bringen. Eine Arbeit, die nur langsam voranschreitet. Es ist etwas anderes als die schnelle Momentaufnahme. Was bedeutet es für das Kind gemalt zu werden? Wenn es das Kind freiwillig möchte, hat es Freude daran, dass sich jemand sehr intensiv mit ihm beschäftigt, dass es gesehen wird und vielleicht etwas zum Vorschein kommt, was es selbst bei sich noch nicht entdecken konnte. Oder das Kind sieht etwas, wo es sich wieder erkennt.
Es ist wie eine Hilfe bei der Suche nach der eigenen Identität. Das normale Reagieren der Erwachsenen, wenn sie sich über das Bild freuen und sagen: “Das gefällt mir“, wird als Wertschätzung erlebt. Und, wenn sich das Kind auf dem Bild anschaut, fühlen und sagen kann: “Das bin ich“, dann ist das narzisstische Seligkeit, eine starke emotionale Erfahrung.
Diese Erfahrung ist sicher in jeder Altersstufe anders, jedoch für jeden bereichernd, und mit einem Gefühl verbunden, jemand ganz eigenes zu sein. Bei den hier gezeigten Bildern ist es dem Künstler Hieronymus Proske hervorragend gelungen, die Verschiedenartigkeit von Kinderpersönlichkeiten im Bild einzufangen.“