kultur-port.de Claus Friede vom Dienstag, den 25. August 2009

Auf Augenhöhe ist ein Gemeinschaftsprojekt des Malers und Filmemachers Hieronymus Proske und der Galerie Molitoris in Hamburg.

Der Künstler Hieronymus Proske, bekannt für seine mystischen, leicht verschwommenen Landschaften malt seit geraumer Zeit Kinderportraits. Auch wenn dies sich zunächst nicht sofort erschließt, so ist das eine logische Konsequenz und inhaltliche Weiterführung des Werkbegriffs des Malers.

Seine Landschaften sind nämlich nicht nur Abbildungen von Natur, oder Benennung von bestimmten Orten, sie tragen in der Art und Weise und durch die ins Bild hinein gemalten Requisiten immer auch Erinnerungen an die eigene Kindheit und Jugendzeit. Indem er nur zwei wage angedeutete Jungen in einem Ruderboot den See queren lässt oder tobende Kinder fröhlich planschend im Wasser spielen lässt führt er den Betrachter zurück in die eigene, individuelle Geschichte. Proske erkennt den Unterschied zwischen dem Deuten und dem visuellen Erfassen der wirklichen Welt. Die Differenz ist bei ihm sichtbar groß. Beides, Deuten und Erfassen, wurde in der Moderne intensiv betrieben und die Darstellbarkeit emotionaler Zustände wird seither in der Kunst ausgelotet.

Ein Moment der projizierten Sehnsucht entsteht in der Werken von Hieronymus Proske und wie in Robert Stevensons Film „Mary Poppins“ möchte man in die Bildszenen hinein springen können, also in den aufflammenden Erinnerungen reisen, aber nicht um konkret Erlebtes zu wiederholen, sondern um von einer anderen Warte aus neu und damit anders zu fühlen…
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